Sandsack

Der Sandsack im Hochwassereinsatz – eine Erfolgsgeschichte

Erfolgsgeschichte Sandsack

Der Sandsack ist aus dem Katastrophenschutz und der Hochwasserbekämpfung nicht wegzudecken. Die mit Sand gefüllten Säcke sind sehr individuell einsetzbar, tolerant gegenüber Gebrauchsfehlern und schnell zu beschaffen. Aus diesen Gründen wurden Sandsäcke bei vergangenen Hochwasserereignissen schon Millionenfach verbaut.

Der Sandsack

Der Standardsandsack besteht aus Jute, ist 30×60 cm groß und wird bis zur Hälfte mit handelsüblichem Sand gefüllt. Der Sack sollte nicht mehr als 20 kg wiegen, da sonst die Handlichkeit verloren geht und die Säcke nicht mehr ordentlich verbaut werden können.  Bei bestimmten Säcken sind am Kopf Bändchen eingenäht, die das Verschließen ermöglichen. Andere Säcke werden mit Draht oder Kabelbindern verschlossen.

Gefüllte Jutesäcke verrotten relativ schnell. Sind Sandsäcke nass geworden, sollten diese umgehend entsorgt werden.

Neben den Jutesäcken gibt es auch Säcke aus Kunststoff, die Feuchtigkeit besser trotzen, allerdings aufgrund der geringen Rauigkeit schnell verrutschen können. Diese Säcke sind somit nicht für die Errichtung von hohen Barrieren gedacht.

Wie wird der Sandsack richtig eingesetzt?

Sandsäcke können z.B. als Barriere aufgeschichtet werden um Fenster- und Türöffnungen zu schließen oder Deiche zu erhöhen. Weiterhin können mit Sandsäcken Quellkaden gebaut werden, die einen hydrostatischen Gegendruck gegen Undichtheiten im Deich aufbauen können oder flächige Auflasten um Deiche zu stabilisieren.

Sandsäcke sind natürlich nicht komplett wasserdicht, deshalb sollten immer Folien mit verbaut werden, die die Dichtheit dann herstellen.

Das Technische Hilfswerk (THW) hat sich in einer Projektgruppe intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt und eine Taschenkarte für den Einsatz Sandsäcken herausgegeben. Leider ist diese nicht mehr frei verfügbar.

Entsorgung – ein Problem

Nach dem Einsatz gegen ein Hochwasser müssen die Säcke aber auch schnell wieder entfernt werden. Das Umweltbundesamt hat für die Entsorgung nach dem Elbe-Hochwasser 2002 folgende Empfehlungen gegeben:

Nasse Sandsäcke sollen möglichst schnell aus den Wohngebieten entfernt werden, um einer Verbreitung von Krankheitserregern und einer Verunreinigung des Grundwassers vorzubeugen. Dabei sollte man direkten Hautkontakt vermeiden, indem man wasserfeste Handschuhe trägt. Nasse Sandsäcke gehören grundsätzlich komplett auf die Hausmülldeponien. Sie gelten im Allgemeinen als „normale Abfallablagerung“, wobei sich auch Säcke darunter befinden könnten, die auf eine Sonderabfalldeponie müssten, zum Beispiel weil Sie durch ausgelaufenes Öl besonders belastet sind. Da die Anzahl solcher Sandsäcke als eher gering eingeschätzt werden kann und angesichts der prekären Lage in den Hochwassergebieten, ist eine ungeprüfte Ablagerung auf Hausmülldeponien aber hinnehmbar. Als Dichtungsmaterial für Deponien sind Sandsäcke jedoch nicht geeignet. Das Umweltministerium in Sachsen etwa hat Deponiebetreiber aufgefordert, die gebrauchten Sandsäcke kostenlos entgegenzunehmen. Auf keinen Fall sollte der mit Schlamm und Wasser verunreinigte Sand in ungesicherten Abgrabungen entsorgt werden.

Bei Sandsäcken, die auf der Luftseite der Deiche lagen und nicht vom Wasser durchströmt wurden, kann man davon ausgehen, dass der Sand nicht schadstoffbelastet ist. In diesem Fall ist der Sand wiederverwendbar. Für die Landwirtschaft und Gemüseproduktion im Garten sollte er grundsätzlich nicht eingesetzt werden. Nachdem der Sand entsorgt ist, sollten nasse Säcke entweder verbrannt oder auf Hausmülldeponien gebracht werden. Trocken gebliebene Säcke können wiederverwendet werden.

Erkundigen Sie sich nach dem Hochwasser lieber bei Ihrem lokalen Entsorgungsunternehmen, wie im Einzelfall mit den Säcken zu verfahren ist. Entleeren Sie die Säcke aber auf gar keinen Fall auf Ihrem Grundstück, tragen Sie bei Kontakt immer Gummihandschuhe und achten Sie auf eine auseichende Hygiene, da die Säcke kontaminiert sein können

Floodsax eine gute Alternative

Da die Lagerung von Sand und Jutesäcken zu Hause nicht besonders praktisch ist, wurde Floodsax entwickelt. Diese Säcke bestehen außen aus Kunststoff und innen aus Flockenzellstoff und aus einem wasserabsorbierenden Polymer. Dieses Polymer quillt bei Wasserkontakt auf, bindet Wasser und entfaltet seine dichtende Wirkung. Der Vorteil ist, dass die Säcke sehr lange gelagert werden können und dabei auch nicht viel Platz brauchen. Im Lagerzustand wiegen diese Kissen nur 200g.