Der Kanalnetzbetreiber

Eine Rückstausicherung – zwei Systeme

Vor Rückstau schützt eine Rückstausicherung

Viele Räume die unterhalb der Rückstauebene liegen, sind nicht mit einer Rückstausicherung vor Wasser aus dem öffentlichen Kanalnetz geschützt. Bei stärkeren Niederschlägen tritt, gerade bei Mischkanalnetzen, immer wieder Abwasser rückwärts in tiefliegende Gebäudeteile ein. Ob wirklich eine Gefährdung vorliegt ist davon abhängig wo die Rückstauebene liegt, ob ein Keller vorhanden ist und wie die private Grundstücksentwässerung angelegt ist.

Bei Neubau Rückstausicherung installieren

Bei einem Neubau ist es einfach die richtige Rückstausicherung einzubauen. Die private Entwässerung wird bereits in der Planungsphase darauf ausgelegt. Der direkte Einbau einer Sicherung kostet wenig Geld und verschwindet quasi im Planungsbudget. Sprechen Sie mit Ihrem Planer.

Im Altbau wird es schon schwieriger

In Altbauten nachträglich eine Rückstausicherung zu installieren ist deutlich schwieriger als bei einem Neubau. Hier sind die Besonderheiten und der Zustand der alten Grundstücksentwässerungsanlage zu berücksichtigen. Sind Regenfallrohre auf den Schmutzwasserstrang angeschlossen, kann bei einem geschlossenen Rückstauverschluss kein Regenwasser mehr abfließen. Hier ist die genaue Planung eines Experten gefragt.

Was gibt es für Systeme? – der Rückstauverschluss

Grundsätzlich können bei den Rückstausicherungen Rückstauverschlüsse und Abwasserhebeanlagen unterschieden werden. In Deutschland zulässige Rückstauverschlüsse schließen selbststätig durch das zurückstauende Abwasser. Sie versperren temporär die offene Leitung und Wasser aus dem öffentlichen Kanalnetz kann nicht mehr in das private Entwässerungsnetz eindringen. Nachteil ist, dass auch kein Abwasser mehr vom Privatnetz in die Kanalisation abgeleitet wird, solange der Verschluss aktiv ist.

Was gibt es für Systeme? – die Abwasserhebeanlage

Abwasserhebeanlagen sind mit kleinen Pumpen ausgestattet. Diese befördern das häusliche Abwasser aus einem Sammelbehälter in die Kanalisation. Dabei wird das Wasser einmal über die Rückstauebene gehoben. Rückstau aus dem öffentlichen Kanalnetz kann somit nicht in die privaten Leitungen eindringen. Der Vorteil gegenüber den Rückstauverschlüssen ist, dass auch während des Rückstauereignisses das Privatnetz entwässert werden kann. Aus diesem Grund ist der Einsatz der Verschlüsse auch nur in ganz bestimmten Fällen zulässig.

Rückstauschäden will keiner bezahlen

Entstehen durch Abwasser Schäden in Räumen unterhalb der Rückstauebene weil eine Rückstausicherung fehlt oder nicht funktioniert, bleibt der Eigentümer auf dem Schaden sitzen. Die Betreiber des öffentlichen Kanalnetzes schreiben in den Entwässerungssatzungen den Einsatz von Rückstausicherungen vor. Das Kanalnetz kann planmäßig nämlich auch unter Rückstau betrieben werden. Einfach alle Rohre des Kanalnetzes größer zu bauen, ist auch keine Lösung. Auch Versicherungen schließen regelmäßig die Regulierung solcher Schäden aus.

Was können Sie tun?

Sollten Sie Räume unterhalb der Rückstauebene bauen wollen oder schon nutzen, müssen Sie sich mit dem Thema Rückstau auseinandersetzen. Da nur korrekt ausgeführte Grundstücksentwässerungsanlagen sowie richtig eingebaute und gewartete Rückstausicherungen einen umfassenden Schutz bieten, sollten Sie sich den Rat von Experten einholen.

Eine Alternative gibt es noch

Letztendlich muss der Betreiber das individuelle Kosten-Nutzen-Verhältnis abwägen. Sind die Kellerräume als Wohnräume genutzt? Dann lohnen sich die Anfrage bei einem Experten und der Einbau einer Rückstausicherung. Wird der Keller allerdings ausschließlich zur Lagerung von Autoreifen genutzt, ist der Schaden durch Rückstau sehr gering und leicht selber zu beheben. Wichtig ist, dass sich der Nutzer über die Gefahren im Klaren ist, mit dem Thema auseinandersetzt und dann die passende Lösung findet.